Was Passiert Wenn Ein Staat Seine Schulden Nicht Bezahlt?

Was Passiert Wenn Ein Staat Seine Schulden Nicht Bezahlt
Folgen für die Gläubiger – Eine Folge des Staatsbankrotts ist, dass die Gläubiger ihr an den Staat verliehenes Geld sowie die Zinsen darauf ganz oder teilweise verlieren. Oft wird im Rahmen von internationalen Verhandlungen (zum Beispiel das Londoner Schuldenabkommen 1953) ein teilweiser Schuldenerlass oder eine Umschuldung (zum Beispiel die Brady Bonds der 80er Jahre) vereinbart.

Diese Abkommen sichern die Rückzahlung von Teilbeträgen unter Verzicht auf die übrigen Forderungen. Im Rahmen der Argentinien-Krise verzichteten die Gläubiger zum Beispiel auf bis zu 75 % ihrer Forderungen. Da Kreditgeber dieses Risiko antizipieren verlangen die Gläubiger von unsicheren Schuldnern höhere Zinsen, womit ihr Verlust zum Teil schon im Voraus abgedeckt ist.

Oftmals werden bei solchen Verzichtsverhandlungen unterschiedliche Bedingungen für verschiedene Gläubigergruppen vereinbart (z.B. inländische Gläubiger vs. ausländische Gläubiger; Forderungen in Schuldnerwährung vs. Forderungen in Fremdwährung; Forderungen privater vs.

staatlicher Gläubiger). Da die einheimischen Sparer meist bedeutende Gläubiger des Staates sind, wird die Hauptlast beim Staatsbankrott durch die einzelnen Privatbürger getragen, die einen Teilverlust ihrer Forderungen hinnehmen müssen (und oft zusätzlich noch Inflation). Die Entscheidung des BVerfG hat deutschen Gläubigern argentinischer Staatsanleihen ermöglicht, einen Vollstreckungstitel gegen die Republik Argentinien zu erwirken.

Problematisch ist indes, solche Titel zu vollstrecken. Das Urteil ist auch wenig hilfreich, wenn künftig Schuldnerstaaten in die Krise geraten und sich dies auf ihre Staatsanleihen auswirkt. Es ist unstreitig, dass der Staatsnotstand die Zahlungspflichten eines Schuldnerstaats nur suspendieren kann.

Kann Deutschland seine Schulden zurückzahlen?

‘Staatsschulden werden in der Regel nicht zurückbezahlt’ – Hans-Böckler-Stiftung.

Kann die EU Pleite gehen?

Corona-Update: leichter Rückgang der Neuverschuldung prognostiziert – Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-27)¹ sind im ersten Quartal 2022 mit rund 12,99 Billionen Euro verschuldet. Die aktuellen Prognosen der Europäischen Kommission vom European Economic Forecast Autumn 2021 sind, im Kontext der Corona-Pandemie, der damit verbundenen Weltwirtschaftskrise und schließlich einer massiven Neuverschuldung der Nationalstaaten, ein erster Ansatzpunkt.

  • Für das gesamte Jahr 2022 wird ein leichter Rückgang der Staatsschuldenquote in der EU von 89,7 Prozent auf 87,1 Prozent erwartet.
  • Seriöse Prognosen über die zukünftige Höhe der Schuldenlast in den EU-Staaten sind zum jetzigen Zeitpunkt kaum möglich, da auch mögliche weitere Infektionswellen und deren Folgen nicht kalkulierbar sind.
See also:  Auto Versicherung Wechseln Was Beachten?

Die Unsicherheit an den Märkten zeigte sich auch am drastischen Anstieg des Euro Break-up Index im April 2020 und dem ebenso schnellen Absinken auf das Vorkrisenniveau. Die Europäische Kommission reagierte bereits am 20. März 2020 auf die aufkommende Krise, indem die Defizitkriterien (Konvergenzkriterien, Maastricht-Kriterien), wie die maximal erlaubte jährliche Neuverschuldung in Höhe von maximal drei Prozent des nationalen BIP, sowie die Begrenzung der nationalen Schuldenquote auf unter 60 Prozent des jeweiligen BIP, außer Kraft gesetzt wurden.

Wie geht ein Staat bankrott?

Staatsbankrott (© Stefan Eling) Von “Staatsbankrott” (oder auch “Staatsinsolvenz”) spricht man, wenn ein Staat seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Die Folge ist dann, dass der Staat seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Zum Beispiel kann er die Beamt/innen nicht mehr bezahlen oder auch notwendige Straßenbaumaßnahmen nicht mehr durchführen.

Adblock
detector